Logo new

Bernd Driessen

Dr. Bernd Driessen ist Professor für Anästhesiologie an der School of Veterinary Medicine der University of Pennsylvania und ist sowohl Diplomate des European College of Veterinary Pharmacology & Toxicology und des American College of Veterinary Anesthesia & Analgesia, als auch Fachtierarzt für Pharmakologie und Toxikologie und für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.

Nach dem Studium der Veterinärmedizin an den Universitäten Berlin und Wien war er von 1988 bis 1991 als Doktorand im Forschungszentrum des Pharmaunternehmens Grünenthal tätig und hat über neurobiochemische Wirkmechanismen des zentral wirksamen, opioidartigen Analgetikums Tramadol gearbeitet. Nach seiner Promotion an der Freien Universität Berlin wechselte er 1991 als wissenschaftlicher Assistent (C1) an das von Professor Klaus Starke geleitete Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wo er sich scherpunktmäßig mit der Rolle von ATP als Ko-Neurotransmitter von Noradrenalin im autonomen sympathischen Nervensystem und mit der Funktion von ATP als nozizeptiver Neurotransmitter/ Neuromodulator im Rückenmark beschäftigt hat. Nach Abschluß seiner Weiterbildung und Prüfung zum Fachtierarzt für Pharmakologie und Toxikologie, hat Dr. Driessen 1995 eine 3-jährige klinische Ausbildung in der Anästhesie und Intensivmedizin an den Tierkliniken der University of California angetreten. Einen Teil seiner anästhesiologischen Ausbildung verbrachte er an der Universitätsklinik der dortigen Universität in Sacramento sowie in den Tierlaboratorien der Berkley Antibody Company und der Stanford Medical School, wo er für die Narkose von Labortieren zuständig war. Nach Abschluß der Fachausbildung wurde er als klinischer Dozent (Lecturer) an den Tierkliniken der University of California weiterbeschäftigt, bevor er im Herbst 1999 den Ruf als Assistenz-Professor für Anästhesiologie an der School of Veterinary Medicine der University of Pennsylvania annahm, wo er seither das Fachgebiet in Lehre, Forschung und Klinik sowie in der Weiterbildung vertritt. Von 2010-2016 leitete er die Sektion Notfall-Intensivmedizin und Anästhesiologie und seit 2016 die Sektion Anästhesiologie. Er ist seit 15 Jahren mit kurzen Unterbrechungen Direktor des Residency-Programms der beiden Tierkliniken und damit maßgeblich für die Gestaltung der klinischen Weiterbildung von Tierärzten in den Anästhesieabteilungen verantwortlich.

Dr. Driessen wurde bereits regelmäßig als Experte auf dem Gebiet der Veterinäranästhesiologie im In- und Ausland tätig, so etwa nach Einladungen in diverse europäische Hochschuleinrichtungen, aber auch in privaten Tierkliniken, dem Equine Hospital in Dubai oder dem Tierspital der China Agricultural University(CAUVTH) in Peking. Er hat in den vergangenen Jahren sowohl in Europa als auch in Nordamerika und China maßgeblich an Ausbildungsprogrammen für Tierärzte und tiermedizinische Fachangestellte auf dem Gebiet der Kleintieranästhesie, perioperativen Analgesie und Intensivversorgung mitgearbeitet, die mittlerweile alle durch Fachgesellschaften wie dem American College of Veterinary Anesthesia & Analgesia (ACVAA), der Association of Veterinary Anaesthetists (AVA), der Academy of Veterinary Technicians in Anesthesia & Analgesia (AVTAA), der Österreichischen Tierärztekammer und der AG TFA des Verbandes Praktizierender Tierärzte in Deutschland und dem Verband medizinischer Fachberufe offiziell anerkannt wurden.

Während und nach Abschluß seiner Anästhesieausbildung hat Dr. Driessen zunächst die pharmakologischen Untersuchungen zu hämodynamischen und nozizeptiven Wirkungen von ATP fortgesetzt, bevor er sich dann von 2000-2010 schwerpunktmäßig den pathophysiologischen Veränderungen im hämorrhagischen Schock beim Hund und der Untersuchung hämoglobinhaltiger Sauerstoffträger (HBOCs) als Blutersatzstoffe gewidmet habe. Dabei arbeite er über mehrere Jahre in einem multidisziplinären Team bestehend aus Chirurgen, Physiologen, Anästhesisten und einem Bioingenieur der Medizinischen Fakultäten der Universität von Kalifornien in Davis und Los Angeles. Parallel führte er über mehrere Jahre tierexperimentelle Untersuchungen zum pulmonalen Gasaustausch während der Narkose beim Tier durch, und studierte hier insbesondere den Einfluß verschiedener inspiratorischer Sauerstoffkonzentrationen und bestimmter Ventilationstechniken auf die Lungenfunktion. Darüberhinaus untersuchte er pharmakodynamische und -kinetische Untersuchungen von Anästhetika und Analgetika durch. Begleitend zur angewandten Forschung hat er mit seinem Team neue Techniken der regionalen Schmerztherapie beim Pferd mittels kontinuierlicher perineuraler Applikation von Lokalanästhetika entwickelt, ein Projekt, dass mit dem Barbaro Memorial Health Study Award ausgezeichnet wurde. Zusammen mit seinen Kollegen hat Dr. Driessen zahlreiche wissenschaftliche Originalarbeiten, Übersichtsartikel, Meinungsartikel und Buchkapitel, sowie Abstracts auf den Gebieten der Pharmakologie und Anästhesiologie veröffentlicht. Er hält regelmäßig Fachvorträge auf nationalen und internationalen Tagungen und hat auf Einladung als Experte viele tiermedizinische Fakultäten und private tierärztliche Einrichtungen in und außerhalb Europas besucht. Er ist Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften wie dem American College of Veterinary Anesthesia & Analgesia, der Association of Veterinary Anaesthetists, dem European College of Veterinary Pharmacology & Toxicology, der European Society of Veterinary Pharmacology & Toxicology, der Deutschen Gesellschaft für Neuropharmakologie, der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie, der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG), und der Gesellschaft für Pferdemedizin und war bislang in verschiedenen Funktionen und Kommissionen in diesen Gesellschaften tätig geworden. So hat er u.a. entscheidend an der Formulierung von Leitlinien zur Narkose von Kleintieren und Pferden sowohl in Nordamerika als auch in Deutschland mitgewirkt.

Dr. Driessen hat NARKOVET CONSULTING® als ein international aktives Beratungsunternehmen gegründet mit dem Ziel, die Anästhesie und Schmerzversorgung von Tieren sowohl in klinischen, als auch nicht-klinischen Einrichtungen zu fördern und weiterzuentwickeln, und dies auf mehreren Ebenen (u.a. anästhesiologische Versorgung durch Spezialisten vor Ort, Schulungen von Tierärzten und tiermedizinischem Fachpersonal in Seminaren und vor Ort, Beratungen und Beteiligung an Weiterentwicklung und Prüfung neuer Technologien und Arzneimittel auf dem Gebiet der Anästhesie). Er wird unterstützt von Partnern und Kollegen, die seine Vision einer Welt teilen, in der Tiere die Anästhesie- & Schmerzversorgung erhalten, die ihnen gerecht wird.

Bernd driessen wp 2014