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Förderung und Weiterentwicklung einer Narkose- & Schmerzversorgung, die Tiere verdienen

Informationen und unser Leistungsangebot für die Allgemeine Öffentlichkeit

Nachfolgende Informationen sind für all jene geeignet, die eine Fachauskunft auf dem Gebiet der Anästhesie und Schmerztherapie bei Tieren erwarten, und richtet sich an

  • Die allgemeine Öffentlichkeit
  • Einzelne Personen
  • Tiermedizinische Organisationen
  • Tierversicherungen
  • Juristen
  • Öffentliche Medien
  • Sponsoren/Organisatoren von Weiter- oder Fortbildungen und Tagungen auf dem Gebiet der Anästhesie und Schmerztherapie bei Tieren
  • Non-Profit-Organisationen
Allgemeine Information

Seitdem vor rund 50 Jahren die Veterinäranästhesie begonnen hat sich zu einer eigenständigen klinischen und wissenschaftlichen Disziplin innerhalb der Tiermedizin zu entwickeln, hat die Narkoseversorgung und Schmerztherapie bei Tieren große Fortschritte gemacht. In der heutigen Welt der multidisziplinären Tiermedizin werden immer mehr Haustiere, aber auch Pferde und Zoo- oder Wildtiere von Fachtierärzten versorgt, die sich auf den Gebieten der Weichteil-, orthopädischen bzw. Trauma- oder Neurochirurgie, der Inneren Medizin, der Neurologie, der Radiologie, der Zahnmedizin, der Augenheilkunde oder der Dermatologie spezialisiert haben. Diese Fachtierärzte müssen sich bei der Durchführung ihrer zunehmend komplexeren Untersuchungen und Behandlungen/Operationen mehr noch als der praktische Tierarzt auf die Verfahren der modernen Anästhesie und Schmerzversorgung verlassen können, wollen sie erfolgreich sein. Fachtierärzten für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (FTÄ-AIS) und dem ihnen zur Seite stehenden tiermedizinischen Fachpersonal stehen heute moderne und wissenschaftlich fundierte Verfahren für die Narkose bei Tieren zur Verfügung, die sich prinzipiell nicht mehr von jenen in der Humanmedizin eingesetzten Techniken unterscheiden und so auch Eingriffe bei sehr jungen, alten oder schwerstkranken oder -verletzten Tieren erlauben. Durch Anpassung des Narkoseverfahrens an den individuellen Tierpatienten, seine gesundheitliche Situation und den geplanten operativen Eingriff wird das Narkoserisiko für das individuelle Tier deutlich gemindert. Folglich können Besitzer zu Recht erwarten, dass ihre Tiere eine qualitativ hochwertige Narkose und Schmerztherapie erhalten und von tierärztlichem Fachpersonal mit anspruchsvoller Ausbildung auf dem Gebiet der Anästhesie und Schmerztherapie betreut werden.

Die öffentliche Meinungund Erwartung in Europa haben sich in den vergangenen Jahren auch in Bezug auf die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen und mit dem Tierschutzgedanken im Einklang stehenden Narkose- und Schmerzversorgung bei Labortieren in der biomedizinischen Forschung sehr stark gewandelt. Auch hier können Fachtierärzte für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (FTÄ-AIS) dazu beitragen, dass Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler den gestiegenen Ansprüchen genügen können.

Antworten auf häufig gestellte Fragen, wenn Ihr Tier einer Narkose unterzogen werden muss
  • Was ist eine Tranquilisation (Ruhigstellung)?

    Die Ruhigstellung eines Tieres wird durch bestimmte Medikamente ausgelöst, die bei Tieren gewisse Verhaltensänderungen einschließlich Linderung von Angstzuständen, Gelassenheit, Beruhigung und vielleicht sogar Gleichgültigkeit gegenüber einer neuen Umgebung oder für das Tier fremden Personen hervorufen, ohne dass das Bewusstsein verloren geht oder das Tier in einen Schlafzustand tritt. Ein Beruhigungsmittel ruft also nicht unbedingt ein verringertes Bewusstsein oder gar eine verringerte Wahrnehmung von Reizen hervor.

  • Was ist unter Sedierung zu verstehen?

    Sedation beschreibt den Zustand einer zentralnervösen Depression oder Ruhigstellung und ist in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit Schlaf. Viele tiermedizinische Prozedere einschließlich diagnostische Verfahren und Operationen wie die Aufnahme von Röntgenbildern und Vernähen der Haut unter örtlicher Betäubung verlangen, dass die Tiere sich ruhig verhalten und nicht viel bewegen, dies für wenige Minuten bis zu mehreren Stunden. Sedativa helfen den Tieren sich zu entspannen. Sie werden oft auch in Kombination mit wirksamen Analgetika (zur Schmerzlinderung) verwendet und dies stellt sicher, dass sich Tiere während schmerzhafter Eingriffe nicht unwohl fühlen.

    Es gibt verschiedene Stufen der Sedierung:

    1. Minimale Sedierung: Das Tier ist in einem entspannten Zustand, in dem es aber nachwievor wach und in der Regel in der Lage ist, auf Befehle oder Aufforderungen zu reagieren.
    2. Moderate Sedierung: Das Tier gerät zunehmend mehr in einen Schlafzustand, ist aber durch laute Ansprache oder Berühren aufweckbar.
    3. Tiefe Sedierung: Das Tier schläft fest und reagiert nicht mehr auf laute Geräusche oder Berührungen.

    Medikamente zur Sedierung können oral (also durch Gabe ins Maul), durch Injektion unter die Haut oder in den Muskel oder intravenös (in eine Vene) verabreicht werden.

    Hinweis: In der Tiermedizin ist eine klare Unterscheidung zwischen Tranquilisern und Sedativa ziemlich schwierig zu treffen, nicht zuletzt auch, weil diese Arzneistoffe bei verschiedenen Tierarten sehr unterschiedliche Wirkungen entwickeln können.

  • Was ist Analgesie, was ist ein Analgetikum?

    Analgesie kann als ein Zustand zumindest verminderter Schmerzwahrnehmung definiert werden, der bisweilen bis zur Schmerzfreiheit reicht. Dementsprechend ist ein Analgetikum ein Arzneimittel, das Schmerzen (meist temporär) lindert oder sie beseitigt.

  • Was ist Anästhesie?

    Anästhesie wird in der Medizin/Tiermedizin als ein Zustand der Empfindungslosigkeit zum Zweck einer operativen oder diagnostischen Maßnahme definiert.

  • Was ist Lokalanästhesie?

    Lokalanästhesie kann als der Verlust der Empfindung in einem eng umschriebenen Körperbereich definiert werden.

  • Was ist loko-regionale Anästhesie?

    Loko-regionale Anästhesie kann als der Verlust der Empfindung in einem größeren, aber begrenzten Körperbereich (beispielsweise hintere Gliedmaßen nach Rückenmarksanästhesie oder der Zähne nach Betäubung der die entsprechende Kieferseite versorgenden Nerven) definiert werden.

  • Was ist eine Allgemein- oder Vollnarkose?

    Die Allgemein- oder Vollnarkose beschreibt einen Zustand der mit anästhetisch wirksamen Arzneimitteln induzierten, reversiblen Bewusstlosigkeit und Schmerzfreiheit und ist oft mit einer deutlichen Muskelrelaxation, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses (bei Tieren nicht überprüfbar) und einer reduzierten sensorischen, motorischen und vegetativen Reflexaktivität einhergehend.

  • Was ist Schmerz?

    Experten der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes, die sich primär auf die Untersuchung der Schmerzsymptomatik beim Menschen konzentriert, haben Schmerz als eine unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung definiert, die mit einer tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschädigung verbunden ist oder in Bezug auf solche Schäden beschrieben wird. Eine vielleicht für Tiere besser geeignete Definition von Schmerz ist die Beschreibung von Malony & Kent, die den Schmerz als eine aversive sensorische und emotionale Erfahrung beschrieben haben, die in das Bewusstsein desTieres dringt und es auf tatsächliche oder mögliche Verletzungen von Teilen seines Körpers aufmerksam macht.

  • Was ist Nozizeption (Empfindung schmerzhafter Reize) und was ist der Unterschied zu Schmerzen?

    Nozizeption bezieht sich auf neuronale Vorgänge im peripheren und zentralen Nervensystem (ZNS), die schmerzhafte Reize, ob aus dem inneren des Körpers stammend oder von außen auf den Körper einwirkend, weiterleiten und verarbeiten. Am Beginn steht jeweils die Aktivierung von Schmerzrezeptoren, sog. Nozizeptoren, die nach Reizung Schmerzimpulse erzeugen, welche als elektrische Impulse über Nervenfasern an das Rückenmark und Gehirn weitergeleitet werden. Typischerweise sind es schädliche Reize wie eine Gewebeverletzung, die Nozizeptoren aktivieren. Diese Nozizeptoren sind in hoher Dichte in Geweben wie der Haut, den Gelenken, Muskeln, usw. vorzufinden und übermitteln Informationen über eine Art von "Relais-Stationen" wie zum Beispiel dem Rückenmark zum Gehirn. Nur wenn die Schmerzimpulse die Großhirnrinde erreichen und dort die eintreffende Information „verarbeitet“ wird, entsteht die Wahrnehmung, die wir Menschen als Schmerz bezeichnen. Ob sie identisch ist, mit dem was Tiere empfinden, ist nachwievor nicht bekannt, aber wir müssen davon ausgehen, dass sie zumindest sehr ähnlich ist. Schmerz ist also ein Produkt der komplexen Verarbeitung von Schmerzimpulsen in den höheren Gehirnzentren und erfordert deren normale Funktion, während Nozizeption, d.h. die Registrierung von weitergeleiteten Schmerzimpulsen auch in Abwesenheit von Schmerzen auftreten kann. Beispielsweise kann das Rückenmark eines Tieres, das durch eine vollständige Durchtrennung geschädigt wurde, noch die von den Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren) erzeugten Signale empfangen und sogar bis zu einem gewissen Grad auf sie reagieren. Aber wegen der Durchtrennung der Rückenmarksbahnen weiter kopfwärts können die Informationen nicht mehr an das Gehirn weitergeleitet werden und daher wird auch kein Schmerz erzeugt. Eine ähnliche Situation gilt für das betäubte Tier, bei dem die Narkose die normale Funktion der höheren Gehirnzentren ausschaltet. In der Folge wird das Tier wahrscheinlich keine Schmerzen wahrnehmen, jedoch können die Nervenbahnen im Rückenmark die Schmerzimpulse sehr wohl an untere, noch funktionstüchtige Gehirnzentren (wo wichtige Funktionen wie Herz-und Kreislaufaktivitäten und Atmung reguliert werden) weitervermitteln und dort eine ganze Reihe an Reaktionen wie zum Beispiel ein Anstieg der Herzschläge und Atemzüge auslösen. Daher ist es üblich, im Rahmen der modernen Tiernarkoseverfahren wirkungsstarke Analgetika zu verabreichen oder loko-regionale Anästhesie- und Analgesiemethoden anzuwenden, wie sie auch bei der Narkose beim Menschen zum Einsatz kommen.

  • Was ist ein Diplomate des ACVAA oder ECVAA?

    Diplomates des amerikanischen (ACVAA) oder European College of Veterinary Anesthesia and Analgesia (ECVAA) sind Experten auf dem Gebiet der Anästhesie und Schmerztherapie, die eine rigorose 3-jährige Ausbildung (Residency-Programm) unter Aufsicht von erfahrenen Experten auf dem Gebiet in der Anästhesie und Analgesie beim Tier absolviert haben. Während dieser haben sie Zeit unter Fachaufsicht eine vorgeschriebene Mindestzahl an Tieren verschiedener Arten, aber auch verschiedener Krankheitszustände, unterschiedlicher Altersgruppen (frisch geborene bis sehr alte), und Tiere mit unterschiedlich hohem Komplikationsrisiko fachgerecht einer Narkose unterzogen und schmerztherapeutisch versorgt. Begleitend wurden sie in zahlreichen Seminaren weitergebildet und mußten eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie durchführen und zur Veröffentlichung in einer anerkannten Fachzeitschrift einreichen. Nach ihrer Ausbildung haben sie sich einer mehrstufigen (schriftlichen und mündlichen) Prüfung durch Experten stellen müssen, die den gesamten Bereich der Anästhesie, Intensivmedizin und postoperativen Schmerztherapie einschließt. Nur nach erfolgreichem Bestehen dieser Prüfungen haben sie den Titel Diplomate verliehen bekommen und gelten von dann als Spezialisten auf dem Gebiet der Anästhesie und Schmerztherapie in der Veterinärmedizin und sind zu kontinuierlicher Fortbildung verpflichtet, die auch regelmäßig überprüft wird.

  • Was ist ein Fachtierarzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (FTA-AIS)?

    Fachtierärzte sind Tierärzte, die sich speziell in einem Fach über mehrere Jahre weitergebildet haben. Anders als Residency-Programme gehört die Fachtierarztausbildung in allen veterinärmedizinischen Disziplinen in der Bundesrepublik Deutschland zu den Aufgaben der Landestierärztekammern, die den Status einer Anstalt des öffentlichen Rechtes haben. Daher gibt es bislang nach wie vor gewisse Unterschiede in den Leistungskatalogen zur Fachtierarztausbildung zwischen verschiedenen Kammern. Im Prinzip ist die Weiterbildung jedoch vergleichbar. Der Fachtierarzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie (FTA-AIS) ist ein Tierarzt, der sich nach dem Studium und der Promotion zum Doktor der Veterinärmedizin im Rahmen einer gewöhnlich 4-jährigen Ausbildung besonderes Fachwissen auf dem Gebiet der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie bei Wirbeltieren in ermächtigten Weiterbildungsstätten angeeignet hat. Zum Leistungskatalog der Weiterbildung zum Fachtierarzt gehört unter anderem der Nachweis, dass der Tierarzt bei einer Mindestzahl an Tieren, die unterschiedlichen Alters- und Tierartengruppen angehören, verschiedensten operativen oder diagnostischen Eingriffen unterzogen wurden und in unterschiedlich gutem Allgemeinzustand (gesund bis schwerst erkrankt oder verletzt) waren, die Anästhesie selbstständig durchgeführt hat. Auch gehört meistens zur Fachausbildung die Teilnahme an anerkannten nationalen / internationalen Fortbildungsveranstaltungen im Bereich Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie mit vorgeschriebener Anzahl an Stunden und der Nachweis der Teilnahme an einem bundesweit anerkannten Kurs zur waffenrechtlichen Sachkunde für den Umgang mit Narkosewaffen (Distanz-Immobilisation) sowie die Vorlage von Kurzberichten zur Anästhesien bei einer breiten Auswahl von Tierpatienten. Der Ausbildung schließt sich dann ein Fachgespräch mit Fachkollegen an, in dem der Kenntnisstand des FTA-AIS überprüft wird. Nur bei erfolgreichem Abschluß des Fachgespräches wird ihm der Fachtierarzttitel von der entsprechenden Landestierärztekammer zugesprochen. Es wird allerdings verlangt, dass Fachtierärzte weiterhin jährlich an einer Mindestzahl von Fortbildungsveranstaltungen auf dem Gebiet der Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie teilnehmen, um deren Titel behalten zu dürfen.

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